Alma Portuguesa: eine Restaurant-Website in sechs Sprachen
Ein Lokal in Coimbra, dessen Gäste aus halb Europa kommen. Eine Seite, die jeden in seiner Sprache empfängt – und die vor allem eines auslöst: den Anruf.
Alma Portuguesa ist ein traditionelles portugiesisches Restaurant im Zentrum von Coimbra. Coimbra ist Universitätsstadt und Reiseziel: Am Nachbartisch sitzen Einheimische, spanische Wochenendgäste, französische Rentner und deutsche Rucksacktouristen.
Eine Website auf Portugiesisch allein greift da zu kurz – aber sechs halbherzige Übersetzungen sind auch keine Lösung. Wir haben die Seite deshalb von Grund auf mehrsprachig gebaut: Portugiesisch, Englisch, Spanisch, Deutsch, Französisch und Italienisch, jede Sprache eine vollwertige Fassung mit eigener Adresse für Google.
Das Projekt ist unser Beleg dafür, dass wir nicht nur in Bonn und Hagen arbeiten. Sitz in Deutschland, Kunden in Europa – die Zusammenarbeit lief komplett aus der Ferne.
Die Aufgabe
Das Restaurant hatte einen Google-Eintrag mit sehr guten Bewertungen – und sonst nichts. Wer wissen wollte, was auf der Karte steht, wann geöffnet ist oder wie das Lokal von innen aussieht, fand nichts.
Dazu kam eine Besonderheit: Der Betrieb war zuvor unter einem anderen Namen bekannt. Alte Einträge im Netz zeigten noch die frühere Bezeichnung, teilweise als geschlossen markiert. Für ein Lokal, das von Laufkundschaft und Suchergebnissen lebt, ist das ein echtes Problem.
Das Ziel war entsprechend schlicht: eine Seite, die den Namen belegt, die Karte zeigt und Gäste zum Anrufen oder Vorbeikommen bringt.
Sechs Sprachen, keine Kompromisse
Jede Sprachfassung hat ihre eigene Adresse (`/pt`, `/en`, `/es`, `/de`, `/fr`, `/it`) und wird für Google als eigenständige Seite ausgewiesen. Wer auf Spanisch sucht, landet auf der spanischen Seite – nicht auf einer portugiesischen mit Übersetzungsknopf.
Damit dabei nichts durchrutscht, prüft ein eigener Schritt vor jedem Livegang, ob alle sechs Sprachen vollständig sind. Ein fehlender Satz ist kein Schönheitsfehler, den man später bemerkt – er verhindert die Veröffentlichung.
Portugiesische Gerichtnamen bleiben bewusst überall gleich. „Bacalhau à Brás“ heißt auch auf Deutsch so; übersetzt wird die Beschreibung, nicht das Gericht.
Bewertungen, die sich selbst aktualisieren
Das Restaurant sammelt täglich neue Rezensionen. Eine fest eingetragene Zahl wäre nach zwei Wochen falsch – und eine falsche Zahl auf der eigenen Seite ist schlimmer als gar keine.
Die Seite holt Bewertung und Anzahl deshalb selbst ab, zweimal am Tag, vom Server aus. Der Browser des Gastes nimmt dabei keine Verbindung zu Google auf: Für den Datenschutz ändert sich nichts, und die Seite lädt genauso schnell wie vorher.
Unplausible Antworten werden verworfen. Fällt die Abfrage aus, zeigt die Seite den zuletzt bekannten Stand statt einer Fehlermeldung – niemand soll je eine „0“ oder ein „NaN“ auf der Startseite sehen.
Ein Detail, das wir bewusst nicht gemacht haben: die Sterne als Auszeichnung für die Google-Suche mitzuliefern. Googles Richtlinien untersagen es, fremde Bewertungen über das eigene Unternehmen so auszuzeichnen. Wer es trotzdem tut, riskiert eine Abstrafung der ganzen Domain.
Was wir weggelassen haben
Das Restaurant nimmt keine Tischreservierungen an. Also gibt es keinen Reservierungsbereich, kein Formular und keine Schaltfläche, die eine Möglichkeit vortäuscht, die es nicht gibt.
Stattdessen ist die stärkste Handlung auf der Seite der Anruf – im Kopfbereich, im Kontaktbereich und auf dem Handy in einer festen Leiste am unteren Rand.
Ähnlich bei den Feiertagen: Wenn für einen Tag keine Sonderzeit hinterlegt ist, behauptet die Seite weder „geöffnet“ noch „geschlossen“, sondern bittet um einen kurzen Anruf. Lieber eine ehrliche Rückfrage als ein Gast, der vor verschlossener Tür steht.
Und die Speisekarte: Sie wurde Position für Position gegen die gedruckte Karte geprüft. Beim ersten Abgleich fanden sich drei Fehler, die beim Abtippen entstanden waren. 57 Gerichte auf dem Papier, 57 auf der Seite.
Technisch schlicht, absichtlich
Alle sechs Sprachfassungen werden fertig gebaut ausgeliefert, statt bei jedem Aufruf zusammengesetzt zu werden. Das macht die Seite schnell und den Betrieb billig.
Es gibt kein Übersetzungs-Framework, keine Icon-Bibliothek, keine UI-Bibliothek – jede zusätzliche Abhängigkeit ist eine, die irgendwann ein Sicherheitsupdate braucht. Auch die Schriften liegen auf dem eigenen Server; zur Laufzeit geht keine Anfrage an Google.
Alle Angaben des Restaurants – Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, Speisekarte – stehen an genau einer Stelle. In den Bausteinen der Seite steht kein einziger fester Text. Wenn sich eine Öffnungszeit ändert, ändert sie sich in allen sechs Sprachen gleichzeitig.
Häufige Fragen
Arbeitet ihr auch für Kunden im Ausland?
Ja. Wir sitzen in Bonn und Hagen und arbeiten deutschland- und europaweit. Das Projekt in Coimbra lief vollständig aus der Ferne – Abstimmung per Video, Anrufe und E-Mail.
Wie geht ihr mit Sprachen um, die ihr nicht sprecht?
Die Struktur bauen wir, die Inhalte entstehen mit Muttersprachlern und dem Betreiber. Vor jedem Livegang prüft ein automatischer Schritt, ob jede Sprache vollständig ist – ein fehlender Satz verhindert die Veröffentlichung.
Warum keine Online-Reservierung?
Weil das Restaurant keine Reservierungen annimmt. Eine Schaltfläche, hinter der nichts passiert, schadet mehr, als sie nützt. Wenn sich das ändert, lässt sich der Bereich nachrüsten.
Braucht ein Restaurant überhaupt eine Website, wenn es einen Google-Eintrag hat?
Der Google-Eintrag bringt Sichtbarkeit, aber er gehört nicht euch und zeigt nur, was Google zeigen will. Speisekarte, Geschichte, Bilder und Ton des Hauses gehören auf eine eigene Seite – und die zahlt sich besonders aus, wenn Gäste aus anderen Ländern kommen.
Können wir so etwas auch bekommen?
Gerne. Schreib uns kurz, was ihr anbietet und welche Gäste ihr erreichen wollt – dann sagen wir ehrlich, was sinnvoll ist und was ihr euch sparen könnt.
Ähnliches Projekt im Kopf?
Lass uns unverbindlich sprechen. Wir schauen ehrlich auf deine Ziele und nennen dir einen fairen Festpreis.
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